Isle of Man – Insel der eigenen Gesetze

Eigensinnig, klein und ein wenig skurril: Auf der Isle of Man zwischen Großbritannien und Irland gelegen ist alles ein wenig anders. König Charles III. ist zwar Staatsoberhaupt – zum Vereinigten Königreich gehört dieses Eiland jedoch nicht. In Millionen von Jahren entstand sie durch Schlamm und Sand, welches aus den Tiefen des Ozeans an die Oberfläche der Irischen See kam und sich dort verhärteten. Sanfte Hügel, steile Klippen, Dünen, Täler und heidekrautgesäumte Ebenen prägen heute die abwechslungsreiche und idyllisch anmutende Landschaft der Isle of Man. Flächenmässig ist es etwa doppelt so groß wie Dortmund, die neuntgrößte Stadt Deutschlands. Die Insel hat zudem eigene Gesetze und niedrige Steuern. Sie hat ihr eigenes Geld (Pence und Pfund), eigene Briefmarken, Telefonkarten und neuerdings sogar eine eigene Domain (“.im”). Das berühmt / berüchtigte Motorradrennen der Welt findet hier statt: die Tourist Trophy. Seinen Rang als Motorrad-Mekka unterstreicht die Isle of Man vollends durch die jährliche Austragung des Manx Grand Prix.

Ein Paradies für Wanderer

Zu den rund 76.000 Einwohner, genannt Manx, gesellen sich noch über 170.000 Schafe. Man findet hier mittelalterliche Burgen und viktorianische Gebäude. Hauptstadt ist Douglas, das geschäftigste Zentrum der Insel, welches sich in einer Bucht befindet. Außerhalb der Städte unberührte Natur wohin man sieht. Die Landschaft erinnert mit ihren Mauern aus unbehauenen Steinen an schottische oder irische Idylle und beweist, dass die Isle of Man gar nicht so fern von den größeren Nachbarinseln ist.
Der einzige Berg der Insel ist der 620 m hohe Snaefell, der bei klarem Wetter einen Blick bis nach Großbritannien und Irland bietet. Ebenfalls einladend ist die 160 km lange Küste mit ihren Klippen, Dünen und zahlreichen Buchten. Sandstrände locken im Sommer badefreudige Urlauber an. Auf der Insel herrscht ein ausgeglichenes Klima. Der Golfstrom sorgt vor allem an den Küsten für wärmere Luft. Mai und Juni gelten als trockenste Monate, Juli und August sind am wärmsten.

Die ursprüngliche Sprache der Insel, das Manx Gaelic, ist eine Variation des irischen und schottischen Gälisch; Englisch wurde erst im letzten Jahrhundert eingeführt.

Eine weitere Eigenart der Insel sind die sog. Manx-Katzen. Diese Rasse besitzt keinen Schwanz – ein Gendefekt, der tödlich sein kann, wenn er von beiden Eltern vererbt wird.

Dampfeisenbahn

Angenehm gemächlich geht es beispielsweise mit der alten Dampfeisenbahn zu, die seit 1873 den Port Erin im Süden mit der Hauptstadt Douglas im Osten verbindet. Die antiquierte Bahn bringt es gerade einmal auf 40 km/h.

Pferde-Straßenbahn (Horse Tram)

Auf der ältesten pferdebespannten Bahn der Welt, die seit etwa 125 Jahren existiert, sorgen Pferde für die Fortbewegung einer Straßenbahn, der sog. Horse  Tram (Pferde-Straßenbahn). Wer sich so durch die beschauliche Stadt mit ihren viktorianischen Gebäuden bewegt, fühlt sich garantiert in das 19. Jahrhundert zurückversetzt.

Burgen aus dem Mittelalter

Wer es mittelalterlich mag, sollte eine der vielen Burgen der Isle of Man besuchen. Castle Rushen, eine Festung aus Sandstein, und Peel Castle auf der St. Patrick’s Isle gehen noch auf die Wikingerzeit zurück.

Mull bzw. Meayll Circles – Grabstätten

Besonders geheimnisvoll sind die Mull bzw. Meayll Circles, prähistorische, im Kreis angelegte Grabstätten, die den Forschern Rätsel aufgeben.

Manx Museum in Douglas – Geschichte der Insel

Genauso turbulent wie die geologische Entstehung der Insel verlief die Geschichte ihrer Bewohner. Erst kamen die Kelten und dann die Wikinger. Während die Kelten ihre Mythen auf der Insel hinterließen, gelten die Wikinger als Urheber der Bürgerversammlung, die alljährlich am 5. Juli, am Tag des alten Mittsommerfestes, auf dem Tynwald Hill stattfindet. 1266 ging die Isle of Man an die schottische Krone, erst ab Mitte des 14. Jahrhunderts war sie im Besitz der Engländer. In den darauffolgenden Jahrhunderten wurden englische, schottische und irische Siedler sesshaft.

Tourist Trophy – Motorradrennen Spektakulär und gefährlich

Bekannt ist die Isle of Man vor allem für ihr alljährlich stattfindendes Motorradrennen. Gegen Ende Mai/Anfang Juni wandelt sich die sonst ruhige und beschauliche Insel zu einem Mekka der internationalen Motorradszene: 40.000 Motorradfans kommen dann auf die Isle of Man, um an der Tourist Trophy teilzunehmen oder zuzuschauen. Seit 1907 wird das Rennen hier ausgetragen. Ursprünglich sollte es in Großbritannien stattfinden. Dort herrschte allerdings zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein striktes Tempolimit von gerade einmal 24 km/h. Die Isle of Man kannte keine Geschwindigkeitsbegrenzung, so dass die Veranstalter entschieden, das Rennen hier stattfinden zu lassen.
Kein anderes Motorradrennen weist eine solch‘ anspruchsvolle Strecke auf! Mit 264 Kurven (das hängt jedoch auch davon ab wie man Kurve definiert) schlängelt sich die Straße zwischen Steinhäusern, Böschungen, Steinbrücken, Steinmauern, Felswänden, Verkehrsinseln, Kreuzungen mit Rotlichtampeln, Kanaldeckeln und Telegrafenmasten. Die Straßen sind überwiegend schmal, hohe Bordsteine auf beiden Seiten sorgen für einen halsbrecherischen Kurs. Die Zuschauer können das Rennen hautnah miterleben – was jedoch nicht ganz ungefährlich ist: Lediglich Sandsäcke entlang der Straßenränder dienen als Schutzmaßnahme für Fahrer und Fans. Jeder Abschnitt der ca. 60 km langen Strecke hat einen Namen, damit die Zuschauer jeweils wissen, wo sich die Fahrer gerade befinden. Das Wetter spielt eine entscheidende Rolle. Während am Start in Douglas die Sonne scheint, kann es 422 Meter höher bei «Hailwood’s Height» nebelig oder regnerisch sein. An einem Tag kann man auf diesem Wege praktisch alle vier Jahreszeiten erleben.

Start zum Manx Grand Prix


Weniger Rummel als die Tourist Trophy, aber ein ebenso umfangreiches Rahmenprogramm bietet der Manx Grand Prix (MGP), welcher in diesem Jahr vom 20. bis 28. August stattfindet. Das alljährlich abgehaltene Rennen verläuft über die gleiche Strecke wie die Tourist Trophy. Den MGP – früher Manx Amateur Road Race Championship genannt – gibt es seit 1923. Er galt früher als eine Art Test junger Nachwuchsfahrer für die Teilnahme an der Tourist Trophy.

Sind Sie bereit für Adrenalin pur – sichern Sie sich jetzt Tickets für den Manx Grand Prix, es ist noch nicht zu spät.

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