Madagaskar – die rote Insel im Indischen Ozean vor der Küste Mosambiks

Als viertgrößte Insel der Welt, bezeichnet man Madagaskar auch als den „sechsten Kontinent“. Vor mehr als 150 Millionen Jahren verlor Madagaskar den Halt am Afrikanischen Kontinent. Durch diese „Isolation“ entwickelten sich hier andere Tierarten, als auf dem afrikanischen Kontinent. Als ehemalige „grüne“ Insel verlor diese durch die zunehmende Bevölkerung einen großen Anteil der bewaldeten Fläche.

Ein Hochplateau mit Bergen (über 2000 m) im Zentrum ist umrundet von eher flachen Ebenen, bei denen der nährstoffarme zum Teil leuchtend roter Boden zum Vorschein kommt, daher wird sie auch die „Rote Insel“ genannt.

Diego Dias, ein portugiesischer Seefahrer war einer der ersten Europäer auf der Insel. Es folgten, Briten, Niederländer und Franzosen, die sich auch für dieses Fleckchen Erde interessierten. Dadurch änderte sich der Name noch einige Male in den kommenden Jahrhunderten und wurde erst im 17. Jahrhundert auf Madagaskar festgelegt.

Nach einer aufregenden Zeit als Pirateninsel, hatte Madagaskar im Laufe des 18. Jahrhundert noch viele einzelne Herrscher und Könige. Ein bedeutender König Namens Andrianampoinimerina hat einen großen Teil der Insel unter seine Herrschaft gebracht. Der Regierungssitz wurde die aufregende Stadt Antananarivo im zentralen Hochland. Im späten 19. Jahrhundert wurde die Insel eine französische Kolonie. In dieser Zeit, wurde die Infrastruktur ausgebaut, um die gewonnenen Ressourcen schnell nach Europa zu bringen. Zucker, Kaffee und Gewürze waren die Luxusgüter für Europa. Seit 2010 ist Madagaskar eine Republik.

Einen kurzen Überblick über die schönsten Sehenswürdigkeiten unterschiedlicher Art.

  • Antanarivo – Besuch der Hauptstadt

 

Im zentralen Landesinneren gelegen, gilt diese Hauptstadt als eine der schönsten von Afrika.  Verteilt über mehrere Hügel und auf dem höchsten thront der Rova, der alte Palast der Königin. Das Hochland nördlich der Hauptstadt Antananarivo ist gänzlich unbewaldet und gilt als eine der fruchtbarsten Regionen; hier werden vor allem Vanille, Zuckerrohr und Kaffee angebaut.

  • Lemurenpark – kleiner zoologisch-botanischer Garten, als Lemuren-Reservat


5 ha (50.000 qm) umfasst dieser Park und liegt etwa 22 km südwestlich der Hauptstadt.  Gegründet um 2000, bewegen sich die meisten der neun vertretenen Lemurenarten frei im Parkgelände. Mehr als 70 endemische Pflanzenarten machen ihn zudem zu einem ökologischen Juwel. Der Park ist öffentlich zugänglich und bietet auch geführte Touren. Es gibt einen privaten Park-Shuttle von Antananarivo.

  • Nosy Sakatia – Eine ruhige kleine Insel

 

Zehn Minuten direkt vor der Westküste der Hauptinsel Nosy Be entfernt, lädt diese kleine Nachbarinsel zu ausgiebigen Spaziergängen und zu schönen Bootsausflügen ein, sie ist auch ein wahres Paradies für begeisterte Taucher.

  • Affenbrotbaum (Baobab) – Allee – Eingang zur Hafenstadt Morondava


Diese Stadt am Kanal von Mozambique liegt 700 km südwestlich der Hauptstadt in der Region von Menabe. Sie ist ein guter Ausgangspunkt für verschiedene einzigartige und erlebnisreiche Tagesausflüge. Der Kabatomena, ein Fluss, der bei Morondava in den Kanal von Mozambique mündet, ist ein Segen für die Agrarwirtschaft, da er das ganze Jahr über die großen Plantagen bewässert.

  • Tsingy Rouge Sandstein-Formation


Die roten Tsingy befinden sich im Norden der Insel, etwa 50 km von Diego Suarez entfernt. Diese sind im Vergleich zu den Tsingy de Bemaraha (welche eine graue Farbe haben) im Westen aus Sandstein und nicht aus Kalkstein. Die rötliche Farbe erhält diese Formation durch die rote empfindliche Laterit-Erde, die so typisch für Madagaskar ist. Diese Spitzen der Sandsteine unterliegen ständigen Ver-änderungen, aufgrund von Erosion durch Wind und Wasser. Sie sind bis zu 10 Meter hoch und leuchten in den verschiedensten Rottönen. Diese können sowohl vom Rand der Schlucht aus, sowie durch den Abstieg in die Schlucht, aus der Nähe betrachtet werden. Diese Sandstein-Formation wurde erst Mitte des 20. Jahrhunderts, durch Erdrutsche freigelegt.

  • Nationalpark Tsingy de Bemaraha


Dieser Bemaraha-Nationalpark ist berühmt für seine bizarren Kalk-Felsformationen, den zum Weltnaturerbe erklärten Tsingys. Er liegt in der Provinz Mahajanga und im Distrikt Antsalova. Er ist Teil des UNESCO-Weltnaturerbes seit 1990.

Bei Rundreisen durch Madagaskar hat man die Qual der Wahl – oder man nimmt von allem das Beste mit! Ob Wanderreisen, kulturelle Begegnungen und Naturbeobachtungen oder Entspannen am Strand, Schnorcheltouren, ob Regenwald oder dornige Halbwüste, ob bergige Tropenwälder oder endlose Ebenen, alles ist auf dieser Insel vorhanden. Aufgrund des großen Angebots, geraten die schönen Strände fast in den Hintergrund. Mit etwas Glück kann man in einem der Reservate die Fossa (Cryptoprocta ferox), eine auf Madagaskar einheimische Raubtierart erblicken. Sie ist das größte Raubtier ihrer Heimatinsel und ernährt sich vorrangig von Primaten und anderen Säugetieren.

Und übrigens, die madagassische Küche ist einfach, aber lecker…

 
 

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